Jeder Entwickler sollte einen Blog haben

Nun ja, die Gründe für einen eigenen Blog bzw. einer eigenen Website scheinen erst einmal offensichtlich. Ganz besonders, wenn man als Web- oder Frontend-Entwickler unterwegs ist.
Die zwei wichtigsten Dinge sind die Vermarktung der eigenen Person und um eine Referenz auf die eigene Website im Lebenslauf zu haben.

Tatsächlich sind die Gründe noch vielschichtiger.

Für sehr viele Jahre habe ich eine URL zu meiner Homepage in meinen Lebenslauf hinzugefügt. Gab man diese in den Browser ein landete man bisher immer auf das Gleiche, jedoch ständig in verschiedenen Variationen:

Eine riesige Baustelle!

Warum war das bisher immer so?

Na ja, man ist mitten im Bewerbungsprozess und denkt sich

„Ich brauch unbedingt eine Website!“

Also kümmert man sich um die Domäne und ums Hosting.

„Bis die Bewerbung auf dem Tisch liegt, habe ich dann schon was vernünftiges erstellt.“

Falls nicht, dann sollte die Seite zumindest nichts in Leere führen und zumindest etwas stehen wie „ist in Arbeit“, was dann möglicherweise noch Jahre so stehen wird.

Was hat sich heute geändert?

Auf Youtube bin ich irgendwann auf den Kanal von John Sonmez gestoßen

https://www.youtube.com/user/jsonmez

Er ist der Autor von simpleprogrammer.com und hatte auch einmal klein angefangen. Mittlerweile verdient er etwa 30.000 $ monatlich durch Werbeeinnahmen nur durch seinen Blog und sein Stundensatz als Freiberufler beträgt 300 $. Er ist derzeit der beste Coach in Sachen „Social Skills for Programmer“ und veröffentlicht soviel Content, dass man kaum hinterher kommt, sich das alles anzusehen.

Er beschreibt ziemlich gut in seinem Blogging-Kurs, wie man seinen Blog gestaltet und beginnt. Den Kurs findet ihr hier:

How to Create a Blog That Boosts Your Software Development Career

Offensichtlich ist dieser Blog auf Englisch, wie ihr nicht schwer erkennen könnt. Wem das nichts ausmacht, dem empfehle ich den Kurs vollen Herzens. Ansonsten könnt ihr warten bis ich den ein oder anderen Artikel über das Bloggen veröffentliche. Sollte ein ganz besonderer Wunsch dazu bestehen, könnt ihr mir das ja in den Kommentaren mitteilen.

Eine kleine Zusammenfassung zu John Sonmez‘ Blogging Course

Johns Kurs ist in fünf Lektionen unterteilt

  1. Choosing a Theme – Ein Thema auswählen
  2. Creating your Blog – Deinen Blog erstellen
  3. Coming up with post ideas – Sich Ideen für Blogposts überlegen
  4. Committing to consistency – Sich zur Konsistenz verpflichten
  5. Getting Traffic

Ihr meldet euch mit eurer E-Mail-Adresse an und bekommt etwa ein zwei Mal die Woche eine Email. Möglicherweise lässt ihr euch auch dazu verführen das Workbook zu dem Kurs zu kaufen. Ich habe es gemacht, müsst ihr aber nicht wirklich auch tun. Die Emails reichen in der Regel.

Die Lektionen sind nicht gerade klein und es ist wichtig sich ausreichend Zeit zu nehmen und nichts zu überstürzen. Empfohlen wird eine Lektion pro Woche und es gibt auch Hausaufgaben. Man wird aufgefordert auf die Emails zu antworten und bestimmte Aufgaben zu machen. So beschäftigt John auch ist, er schreibt tatsächlich zurück. Dieses Angebot solltet ihr nutzen.

1 Choosing a Theme – Ein Thema auswählen

Damit ist nicht etwa gemeint, sich ein hübsches WordPress-Theme herauszusuchen und eventuell sogar noch anzupassen. Mit sowas kann man Tage verbringen ohne bisher etwas produktives getan zu haben.
Nein, es gilt noch heute mit dem Blog anzufangen. Gemeint ist, sich ein Thema zu überlegen, worüber man schreiben will.

Der erste Schritt ist nun eine kleine Reflektion über sich selbst. Diesen müsst ihr machen, denn der schnellste Weg Aufzugeben ist nicht anzufangen. Also nimmt euch Stift und Papier – oder was auch immer – und schreibt euch zu folgenden Punkte eure Gedanken auf:

  • In welchen Bereichen habt ihr bereits Wissen bzw. würdet ihr es gerne erlernen?
  • Sammelt ein paar Dinge, die euch am meisten interessieren und von denen ihr am meisten begeistert seid.
  • Was macht euch oder eure Persönlichkeit aus, dass es interessant machen würde, einen Blog aus eurer Perspektive zu schreiben?
  • Brainstormt 10 Themen, die euch einfallen, und sucht dann die beste heraus.

Dabei empfiehlt John sich eine Nische zu suchen. Je spezieller umso besser. Zumindest für den Anfang, denn es ist besser als ein großer Fisch in einem kleinen Teich zu sein als ein kleiner Fisch in einem großen Teich.
Eure beste Idee schickt ihr dann an John. Könnt ihr euch nicht entscheiden, dann sendet John ein paar Ideen und er wird eine für euch heraussuchen.

Übrigens wird es danach langsam Zeit einen Namen für eure Domäne herauszusuchen.

„Mein Thema habt ihr mittlerweile bestimmt erkannt. Es geht um Full-Stack-Development und ich schreibe über Technologien, die mich gerade begeistern.
Wo meine Nische ist? Nun ja, ich schreibe in meiner Muttersprache. Den meisten deutschsprachigen Programmierer fällt es sehr leicht Inhalte in englischer Sprache zu lesen bzw. zu schreiben, somit gibt es endlose Inhalte in englisch, aber wenige in deutsch. Für Programmierer, die die deutsche Sprache bevorzugen, wäre mein Blog eine der besten Anlaufstellen sich mit Full-Stack-Development zu befassen.
Darüberhinaus gibt es viel zu viele Bücher und Artikel für Anfänger und noch viel mehr Lektüre für Experten. Dazwischen befindet sich quasi ein schwarzes Loch an Informationen, weswegen es vielen Programmierern nach ihren ersten Kursen, nach der Ausbildung oder nach dem Studium schwer fällt den nächsten Schritt zu machen.

Es ist als trifft man auf eine riesen Mauer, die einen verhindert weiter voran zu kommen, und mein Blog möchte diese Mauer einreißen!“

2 Creating your Blog – Deinen Blog erstellen

In dieser Lektion beschreibt John wie man mit Hilfe eines speziellen Hosting-Angebots seine eigene WordPress-Installation erstellt.

„Dieser Schritt ist für mich und meine Leser uninteressant, denn ich werde in Kürze ein Tutorial schreiben, wie ihr zu eurem eigenem Server im Internet kommt (kostet zwar Geld, aber das sollte es euch wert sein). Es ist relativ einfach eine WordPress-Installation „von Hand“ zu installieren und wir werden dadurch für unsere Projekte eine Plattform haben, um diese auch zu präsentieren. Außerdem zeige ich euch auch eine paar nette Open-Source-Tools, die euch unabhängig von Cloud-Diensten machen“

3 Coming up with post ideas – Sich Ideen für Blogposts überlegen

Hier kommt der wohl die Lektion, die viele erst einmal überwältigen wird:

  • Überlegt euch 50 Ideen, worüber ihr ein Blogpost schreiben könnt. Ja richtig gelesen: fünfzig
  • Sobald ihr 20 Posts geschrieben habt und nur noch 30 Ideen übrig sind, brainstormt noch einmal und füllt eure Liste wieder auf 50 auf
  • Wählt die besten drei aus. Diese werden eure ersten Beiträge sein

„Dies klingt tatsächlich nach ziemlich viel, aber es geht tatsächlich. Ich hatte nach 30 Minuten Brainstorming sogar noch mehr auf meiner Liste.
Sollte euch das doch etwas zu schwer fallen, habt ihr vielleicht das falsche Thema ausgesucht. Ansonsten findet ihr in Johns Kurs ein paar Vorschläge. Oder ihr hinterlässt mir ein Kommentar unter diesem Posts mit euren Themen und ich versuche mir ein paar einfallen zu lassen“

4 Committing to consistency – Sich zur Konsistenz verpflichten

Kurz zusammengefasst:

  • Wie oft wollt ihr einen Blogpost veröffentlichen?
  • Setzt euch feste Zeiten in der Woche
  • „Just ship it“, macht euch nicht allzu viele Gedanken, ob der Post gut genug zum veröffentlichen ist. Aber liest zumindest Korrektur

„Das ist wohl die aller schwerste Aufgabe. Ich war schon hinter meinem Zeitplan, bevor ich meinen ersten Beitrag geschrieben habe XD
Das werde ich jedoch ändern und möchte 4-5 Posts pro Woche veröffentlichen.“

5 Getting Traffic

„Soweit bin ich noch nicht XP“

Meine persönlichen Gründe zum bloggen

  • Ich möchte meine bescheidene Programmiererfahrungen erweitern und nicht angewiesen sein müssen, dass mir andere was beibringen.
  • Artikel zu Themen zu schreiben ist ein kleiner Beweis, dass man von diesen Ahnung hat und somit viel aussagekräftiger als die Stichwörter, die man sonst  im Lebenslauf findet.
  • Mit der Perspektive etwas jemand anderem beizubringen, was man selbst noch lernt, lernt man effektiver, weil man sich vorher Gedanken macht. Man liest ein Buch nicht mehr von Anfang bis Ende, sondern filtert es auf das wesentliche.
    Außerdem bleibt es viel besser im Gedächtnis hängen, wenn man es jemand anderem erklären will.
  • Es ist aufwendig und erfordert etwas Überwindung, aber es macht trotzdem Spaß und ist cool.
    Hey, ich habe meinen eigenen Blog ^^
    I am awesome 😉

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